Brunnenhaus Unterdorf
Die Erhaltung eines Kulturgutes

Wer den Fussweg von der Winkelstrasse zum Margritenweg benutzt, kommt am Dorfbach an einem alten Gebäude vorbei, dessen Ziegel herunter rutschen. Die wenigsten wissen, dass sich in diesem Haus ein hölzernes Wasserrad befindet, das über eine Welle mit einem Hubkolben Grundwasser pumpt. Dies ist die erste Wasserversorgung in unserer Gemeinde. Versorgt wurde mit dem Wasser die nahegelegenen Bauernhäuser. Es gab drei solche Anlagen. Im Brunnenhaus Unterdorf befindet sich diejenige, die nach Ansicht von Fachleuten, der ursprünglichen am nächsten kommt.

       
   

Ein wenig Geschichte

Nach dem das bestehende Wasserrad 1977 ersetzt wurde, schrieb Dr. Jürg Schwei-zer im Band XXIX 1978 "Unsere Kunstdenkmäler" einen Artikel über die Anlage. Daraus einige Zitate: "Die Wasserversorgung von Bätterkinden war wegen seiner Lage im Ueberschneidungfeld der Schwemmebenen von der Emme und der Limpach bis ins 18. Jahrhundert sehr schlecht. Ausser zwei schwachen Laufbrunnen war das Dorf auf Sodbrunnen angewiesen, deren Wasserstand bei trockener Witterung stark zurückging. Oft war damit die Versorgung von Mensch und Vieh nicht zu gewährleisten und er-forderte umständliche Gänge zur Emme; zudem war mit dem geringen Wasser ein Brandausbruch schwerlich zu bekämpfen. Diese Argunebte finden sich in der Bitt-schrift, welche die Dorfgemeinde 1779 auf Anregung und durch Vermittlung des Landvogtes von Landshut, Carl Ludwig von Erlach, an die Gnädigen Herren in Bern richtete. Der Landvogt ergänzte in seinem Begleitschreiben, dass sich die Sodlöcher, um das Vieh tränken zu können, mehr unmittelbar bei den Misthaufen befänden, von welchen "das Abwasser sich notwendig mehr oder minder in dieselben versenken muss;dannenher wie Ich vermute viele Einwohner eine schwache Gesundheit haben und wenige zu einem hohen Alter kommen". Er, von Erlach, habe dem Dorf vorge-schlagen, die oberhalb des Dorfes in die Emme fliessende Urtenen z.T. umzuleiten und durch das Dorf in den Limpach zu führen. Die Obrigkeit stimmte dem Vorhaben zu, spendete das nötige Bauholz und sprach nach Abschluss der Arbeiten eine Bei-steuer von 120 Kronen. Nachdem 1333 Tagwerke und 230 Pferde das Werk vollbracht hatten floss am 1. Mai 1783 der Urtenenbach erstmals in mehreren Armen durch das Dorf und diente der Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung." Noch heute sind viele dieser Wasserkanäle mehr oder weniger sichtbar. Sie zweigen alle vom Dorfbach ab. Bereits 1801 entstand durch die Nutzung der Wasserkraft die Mühle und 1834 bewilligte der Regierungsrat eine Sägemühle. In den ersten Jahren nach dem Bau der Wasserkanäle entstanden wahrscheinlich am Dorfbach Grund-wasserpumpwerke. Dazu gehörte das Brunnenhaus Unterdorf. Später entstanden eine Knochenstampfe, eine Getreidebreche und zuletzt eine Turbinenanlage, welche den Hof Fischer mit eigener Elektrizität versorgte.

     
   

Die Erneuerung des Brunnenhauses

Das Brunnenhaus ist heute in einem baufälligen Zustand. Es muss total abgebro-chen und neu aufgebaut werden. Dazu muss das Wasserrad und der Wendelbaum neu gelagert werden. Die Pumpeinrichtung muss ebenfalls vollständig erneuert wer-den, da die sehr alten Gussrohre durchgerieben sind. Bei der Erneuerung des Hau-ses sollen zudem Glasflächen eingebaut werden, welche einerseits die Besichtigung der Anlage vom Fussweg aus möglich machen und andrerseits dem erforderlichen Lichteintritt ins Innere dienen. Die gesamten Kosten werden sich zwischen 40'000 und 50'000 Franken bewegen. Es ist nur ein kleiner Teil freiwilligen Arbeit möglich. An der Aussenwand gegenüber dem Fussweg würde kurz die Geschichte unseres Bachsystems und des Brunnenhauses auf einer Tafel dargestellt.

       
   

Die Zukunft sichern

Um die Zukunft der Anlage zu sichern, möchte ich nach den Sommerferien einen Verein gründen, dem sowohl natürliche wie juristische Personen angehören können. Die Ziele des Vereins wären die Erneuerung der Anlage, die Sicherung des künftigen Unterhalts. Als zusätzliches Ziel könnte ich mir zudem vorstellen, dass sich dieser auch an Aktionen zur Wiederherstellung des alten Kanalsystems beteiligt. Viele der Kanäle sind heute in Röhren eingelegt und nicht mehr sichtbar. Als finanzielle Mittel dazu müssten die Mitgliederbeiträge, Spenden und Sponsorenbeiträge oder Natural-leistungen dienen. Dazu kämen Beiträge von Institutionen. Kontakt: Bis der Verein gegründet ist, bin ich die Kontaktperson:

Edwin Knuchel
Solothurnstrasse 20
3315 Bätterkinden

Telefon: 032 665 26 56

e-mail: edwin.knuchel@bluewin.ch

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